Dieser Urlaub in der Region Attersee-Attergau im oberösterreichischen Salzkammergut war eine perfekte Mischung aus alpiner Erholung und purer Entspannung am Wasser. Als größter Binnensee Österreichs beeindruckt der Attersee durch sein kristallklares, türkisfarbenes Wasser mit einer Sichttiefe von bis zu 25 Metern. Die malerische Bergkulisse und die idyllischen Orte um den See machte diesen Stellplatz Camping Grabner zu einem echten Naturjuwel.
Anreise 09.06.2026
Am Vorabend wird unser Wohnwagen abfahrbereit an den Evoque gehängt. Um 08:30 Uhr wird gestartet. Die Anfahrt mit dem Gespann über die Autobahn und die gut ausgebaute Uferstraße verlief absolut stressfrei, obwohl wir einmal einen kurzen Stau wegen eines liegengebliebenen Wagen hatten und es mehrere Baustellen gab. Gut vier Stunden und 310 Kilometern später, genauer gesagt um 12:35 Uhr, kommen wir am Campingplatz Grabner an. Wir wurden freundlich empfangen und bekamen für unseren Wohnwagen eine XL-Parzelle im ruhigen Randbereich zugewiesen. Der Stromkasten ist direkt am Stellplatz, Wasser und Ausguss sind in der Nähe. Das Gelände selbst ist parkähnlich angelegt und von alten Bäumen durchzogen. Die Stellplätze sind durchgehend grasbewachsen aber uneben. Daher war das Rangieren auf dem nassen Gras mit dem Mover etwas herausfordernd. Nach einigem hin und her stand der Wohnwagen aber dann in der Waage. Schnell ist das Stromkabel angesteckt und Wasser einfüllt. Dazwischen regnet es immer wieder.
Danach kochen wir uns Schinken mit Eiern. Anschließend machen wir ein Nachmittagsschläfchen. In einer Regenpause spazieren wir zum schönen Strandteil des Campingplatzes. Nach 18:00 Uhr hole ich uns Pommes und eine Currywurst vom Restaurant und Kiosk am Platz (war leider nicht berauschend und überteuert). Danach geht es bald in die Betten.
10.06.2026
Es regnet die Nacht durch, aber wir haben gut geschlafen. Ich hole Semmeln und Croissants vom Kiosk am Platz. Nach dem Frühstück fahren wir Tanken und einkaufen. Danach geht es zum Mittagessen nach Schörfling zum Restaurant Zenz´n Stub´n mit Seeblick. In dem netten Ambiente essen wir recht gut, obwohl nicht billig. Anschließend fahren wir wieder zurück zum Campingplatz. Da es weiterregnet machen wir es uns den restlichen Tag im Wohnwagen gemütlich.
11.06.2026
Auch diese Nacht regnet es meist, aber wir schlafen sehr gut. Am Morgen ist es stark bewölkt mit leichtem Regen und mit 10°C recht frisch. Im Tagesverlauf reißen die Wolken immer wieder etwas auf und zwischen den Regengüssen kommt auch öfters die Sonne hervor, aber es bleib frisch bei 12 bis 14°C.
Nach dem Frühstück fahren wir zur Sternwarte am Gahberg. Diese liegt auf 860m Seehöhe und man hat einen schönen Blick runter zum Attersee. Die Anlage verfügt über vier Kuppeln und ein Hauptgebäude mit Schiebedach. Sie ist mit zahlreichen Spezial-Teleskopen für Planeten-, Sonnen- und Deep-Sky-Beobachtungen ausgestattet. Zudem ist eine vollautomatische Kamera zur Meteoritenortung integriert. Durch ihre Lage bietet sie hervorragende Bedingungen mit minimaler Lichtverschmutzung für Astronomie-Beobachtungen und Astrofotografie.
Danach fahren wir die wenigen Meter zur Gahbergkapelle vor. Die Kapelle wurde im Jahr 1952 erbaut und ist dem Heiligen Kreuz geweiht. Von hier hast du ebenfalls einen herrlichen Panoramablick über das Höllengebirge, den Attersee und sogar bis zum Schafberg am Wolfgangsee.
Anschließend wollen wir weiter zur Jausenstation Kreuzing-Alm. Die hat nur bei Schönwetter geöffnet – also heute geschlossen. Somit fahren wir zum Gasthaus Schöberingerhof am Miglberg. Dieses ist ein traditioneller Familienbetrieb am Ostufer des Attersees und liegt auf einer Anhöhe auf rund 715 Metern Seehöhe. Herrlich ist von hier aus der Panoramablick über den See und das Höllengebirge.
Wir essen recht gut und ausgiebig. Anschließend geht es wieder zurück zum Wohnwagen und dann unter die Dusche. Danach ist faulenzen angesagt und das genießen der Sonnenfenster.
12.06.2026
Am Morgen etwas Regen, welcher am Vormittag dann nachlässt. Daher spazieren wir etwas am See, besuchen das Komponierhäuschen von Gustav Mahler, gehen im Nachbarort Steinbach einkaufen und in die Tourimus-Info. Zu Mittag kochen wir uns im Wohnwagen ein leckeres Essen. Zwischenzeitlich beginnt es wieder zu regnen. Daher machen wir einen erholsamen Mittagsschlaf, plaudern über die Sträucher mit einem netten Hausnachbarn. Von ihm bekommen wir einen Tipp für ein traditionelles Wirtshaus in der Nähe – werden wir morgen versuchen. Ansonsten entspannen wir vor unserem Fernseher und lassen gemütlich den Tag ausklingen.
13.06.2026
Am Morgen regnet es noch etwas. Um 08:00 Uhr als die Frühstückssemmerl hole, reissen die Wolken bereits immer mehr auf. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Auto kurz einkaufen und bringen das gekaufte zurück zum Wohnwagen. Dann plaudern wir mit unseren Campingnachbarn und gegen 12:30 Uhr fahren zum Gasthaus Kiensklause. Dieses ist ein traditionsreicher, familiengeführter Ausflugsgasthof liegt zirka vier Kilometer von Steinbach am Attersee Richtung Altmünster. Es liegt idyllisch in einer waldreichen Berggegend eingebettet zwischen dem Attersee und dem Traunsee. Das Gasthaus gilt als Oase der Ruhe, denn hier gibt es weder WLAN noch einen Handyempfang. Serviert wird bodenständige, gutbürgerliche österreichische Küche. Wir essen sehr gut und zu mehr als einem vernünftigen Preis. Heute fand auch das große Puch-Treffen mit Attersee-Rundfahrt statt. Organisiert von den "Puch Freunden Gampern", lockte das Kult-Event wieder über 450 historische Mopeds und Motorräder in die Region, wobei die Teilnehmer trotz wechselhaften Wetters eine gemeinsame Runde um den Attersee drehten. Eine kleine Gruppe von Puchfahrern machte ebenfalls Halt beim Gasthaus.
Danach fahren wir weiter zur drei Kilometer entfernten Taferlklause. Hier parken wir und umwandern den Taferlklaussee. Der See ist ein inmitten eines Naturparadieses künstlich angelegter See. Er befindet sich auf einer Seehöhe von 763 Metern auf einer Anhöhe direkt an der Verbindungsstraße zwischen dem Traunsee und dem Attersee.
Zwischenzeitlich setzt sich die Sonne kräftig durch die Temperaturen steigen auf gut 24°C. Wir fahren weiter auf den Gmundnerberg und blicken von oben auf den Traunsee runter.
Nachdem wir das herrliche Panorama genossen haben fahren wir wieder zurück zu unserem Campingplatz. Wir gehen unter die Dusche und genießen anschließend den ersten warmen Sonnentag am Attersee.
14.06.2026
Morgens ist es bewölkt und zwischendurch regnet es ein wenig. Erst am Abend setzt sich die Sonne durch. Nach dem Frühstück fahren wir zum Mondsee und schauen uns dort den Campingplatz AustriaCamp Mondsee. Dieser liegt direkt am See und weit ab der Straße, aber die Stellplätze sind sehr klein, dass Wohnwagen die PKWs vor dem Platz abstellen müssen – also nix für uns. Wir fahren weiter zum Irrsee hoch und schauen am Camp MondSeeLand vorbei auf welchem wir 2025 gestanden haben. Dieser ist ziemlich voll und wir fahren weiter am Irrsee entlang. Zum Essen wollen wir zum Gasthaus Troadkastn in Oberhofen.
Da heute Vatertag ist, ist alles reserviert und nicht mal Platz für zwei Personen (!?). Daher entschließen wir uns wieder zum Gasthaus Kienklause zu fahren. Hier werden wir wieder sehr freundlich empfange und bekommen ein gemütliches Platzerl. Wir essen wieder sehr gut. Hilde nimmt die Rasnici und ich ein hervorragendes Kalbsbeuscherl. Die liebe Hauskatze schläft gemütlich neben uns auf der Bank.
Danach geht es wieder zurück zum Wohnwagen. Wir machen es uns gemütlich und genießen den Nachmittag und anschließend die Abendsonne.
15.06.2026
Nach einer ruhigen und angenehmen Nacht hole ich frische Semmeln und Croissants. Wir frühstücken ausgiebig und die Sonne lacht bereits vom Himmel. Heute wollen wir zum Nixenfall eine kleine Wanderung machen. Wir fahren mit dem Auto nach Weißenbach runter und parken (gebührenpflichtig) am Wanderparkplatz an der Allee im Ort. Von hier starten wir unsere Tour und folgen zunächst dem gemütlichen Künstlerweg in Richtung Weißenbachtal. Nach etwa 100 Metern biegen wir rechts ab und überqueren die Fachbergbrücke über den Äußeren Weißenbach. Gleich danach halten wir uns links. Nun wandern wir im kühlen Schatten der Bäume auf dem sogenannten "Generationenweg" (Wanderweg Nr. 10). Dieser breite Forstweg verläuft flach parallel zum Bach und ist mit liebevollen Erlebnisstationen für Kinder (wie einem Wasserrad und Balancierbalken) ausgestattet. Das letzte Stück zum Wasserfall geht es auf einem Forstweg weiter. Erst auf den allerletzten Metern zum Nixenfall wird der Pfad schmaler, wurzeliger und felsiger. Am Ziel angekommen, stehen wir vor der imposanten Felswand, an der das Wasser 80 Meter in die Tiefe stürzt.
Eine Nixenfigur neben dem Rastplatz erinnert an die Sage der Nixe "Adhara" vom Attersee. Der Sage nach lebte vor langer Zeit eine wunderschöne und überaus gütige Nixe namens Adhara in den tiefen, dunklen Wassern des Attersees. Damals war das Leben für die Menschen in der Region hart, und viele litten unter großer Armut. Adhara hatte Mitleid mit den Notleidenden. Nachts tauchte sie aus den Tiefen auf und legte den armen Bewohnern Gold, Silber und kostbare Edelsteine am Seeufer ab, um ihre Not zu lindern. Sie schenkte den Menschen dadurch nicht nur Wohlstand, sondern auch Zuversicht und stärkte die Gemeinschaft. Mit dem neu gewonnenen Reichtum veränderten sich jedoch die Menschen. Statt dankbar zu sein, wurden sie habgierig, missgünstig und neidisch aufeinander. Sie begannen, sich um die Schätze zu streiten, und forderten immer mehr von der großzügigen Wasserfee. Einige versuchten sogar, Adhara ihre Schätze zu erzürnen oder sie zu fangen. Tief traurig über die Schlechtigkeit und Gier der Menschen beschloss Adhara, den Bewohnern ihre Freigiebigkeit zu entziehen. Bevor sie ging, warf sie ihren gesamten restlichen Besitz aus Gold und Edelsteinen weit hinaus in den Attersee. Die Sage besagt, dass das weltbekannte, goldene Glitzern und tiefblaue Funkeln des Attersees in den Sonnenstunden von genau diesen versunkenen Schätzen stammen. Die Nixe verließ den See und zog sich in die einsame, wildromantische Felsenschlucht im nahegelegenen Weißenbachtal zurück. Dort verbarg sie sich unsichtbar hinter dem 80 Meter hohen Schleier des Wasserfalls – dem heutigen Nixenfall. Laut der Legende heute, besagt die Geschichte, dass Adhara dort im Verborgenen wartet, bis die Menschen den wahren Reichtum des Lebens wiedererkennen und ihre Gier ablegen. Wer jedoch reinen Herzens ist und den Nixenfall besucht, soll auch heute noch ab und zu einen Blick auf die geheimnisvolle Wasserfee erhaschen können.
Nach einer Pause geht es auf demselben Weg wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt. Danach fahren wir über Unterach und Parschallen nach Nußdorf am Attersee. Hier beigen wir links weg und fahren hoch nach Seepoint zum Hotel-Restaurant Schönberger. Wir bekommen einen schönen Sitzplatz mit herrlichem Blick auf den Attersee. Zur „normalen“ Speisekarte werden seit 13. Juni kulinarische Asia Wochen angeboten. Wir nehmen eine „Tom Yam Gung“ Thailändische Suppe mit Garnelen, eine knusprige Ente auf Terejakygemüse und Basmatireis und Schweinfleisch süss-sauer mit Basmatireis. Die Suppe schmeckt hervorragen und hat eine angenehme Schärfe. Die beiden Hauptgerichte sind ebenfalls gelungen, aber von der Würzung für unseren Gaumen etwas fremd – Kompliment an den Koch. Danach plaudern wir noch mit zwei einheimischen Damen am Nebentisch. Wir sind die letzten Gäste und so gesellt sich auch noch kurz der Chef dazu. Anschließend umfahren wir den Attersee weiter, bis wir wieder an unserem Campingplatz ankommen. Wir haben neue Nachbarn bekommen. Mit denen unterhalten wir uns (ungarisches Kennzeichen, sprechen aber perfekt Deutsch = sind ausgewanderte Deutsche, welche seit über sechs Jahren in Ungarn leben) und anschließend wir relaxen auf unseren Campingstühlen in der herrlichen Sonne. Danach geht es unter die Dusche und wir lassen den Tag in der Abendsonne gemütlich ausklingen.
16.06.2026
Der Tag beginnt wieder mit Sonne am Himmel. Nach dem Frühstück spazieren wir zum Strand und genießen die herrliche Aussicht auf das Wasser. Dabei beschließen wir heute nach Bad Ischl zu fahren. Wir gehen zurück zum Wohnwagen, packen zusammen und starten unseren Range Rover. In Bad Ischl angekommen parken wir unseren PKW in der Parkgarage am Zentrum und schlendern durch die historische „Kaiserstadt“. Diese als renommierter Kurort bekannt, mit seiner kaiserlichen Eleganz, vereint eine tief verwurzelte Kurtradition und seine alpine Naturkulisse. Es fühlt sich an wie eine Zeitreise, wenn man durch die Straßen von Bad Ischl marschiert. Überall atmet die Stadt die Eleganz des 19. Jahrhunderts, eingebettet in die schroffe, grüne Bergwelt des Salzkammerguts. Ein perfekter Tag in der historischen Kaiserstadt verbindet Kultur, Natur und süße Sünden. Unseren Tag beginnen wir mit einem Spaziergang an der Trinkhalle vorbei und weiter zur traditionellen Konditorei Zauner. Hier gönnen wir uns einen Cappuccino, eine Esterhazy- und eine Bananenschnitte im Flair des Wiener Kaffeehaus-Charmes mitten in den Bergen.
Anschließend machen wir eine romantische Kutschenfahrt an den Sehenswürdigkeiten vorbei. Die Kutscherin erzählt launige Geschichten über den Kaiser und Sisi.
Nach dieser ordentlichen Dosis Geschichte zieht es uns zurück ins Zentrum zur berühmten Esplanade. Dazwischen statten wir der St. Nikolauskirche noch einen Besuch ab. Die römisch-katholische Kirche ist stark mit der Geschichte des Salzkammerguts und dem habsburgischen Kaiserhaus verknüpft. Sie wurde dem Heiligen Nikolaus geweiht, da die Traun damals ein zentraler Handelsweg für den Salztransport war und daher wählte man den Namen des Schutzpatrons der Schiffer. Zwischen 1770 und 1780 wurde die Kirche komplett neu im klassischen Barock- bzw. klassizistischen Stil errichtet. Kaiserin Maria Theresia übernahm damals den Großteil der Baukosten. Einzig der markante, 72 Meter hohe gotische Turm aus dem Jahr 1490 mit seinem gedrehten Spitzhelm blieb vom Vorgängerbau erhalten. Im Altarraum zeigt ein Gemälde die Krankenölung von Erzherzog Franz Carl. Darauf sind auch Kaiser Franz Joseph I. und seine Gemahlin Sisi malerisch verewigt. Für den Bau der Altäre wurde edler Marmor aus der nahegelegenen Ruine Wildenstein verwendet. Die prächtigen Wand- und Deckenfresken wurden im Nazarenerstil gefertigt. Jedoch das Prunkstück ist die in Österreich einzigartige Orgel, die anlässlich des Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. errichtet wurde. Die Kaiser-Jubiläums-Orgel gilt als eines der bedeutendsten musikhistorischen Juwele Österreichs. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung galt sie als die modernste Orgel der gesamten Habsburgermonarchie. Kein Geringerer als der berühmte Komponist Anton Bruckner spielte auf diesem Instrument. Er tat dies unter anderem bei der Einweihung sowie im Jahr 1890 zur feierlichen Hochzeit von der Erzherzogin Marie Valerie, der Tochter von Kaiser Franz Joseph und Sisi. Anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. wurde die Orgel ab 1908 massiv erweitert. Pünktlich zu seinem 80. Geburtstag am 18. August 1910 wurde sie noch einmal feierlich eingeweiht und erhielt ihren heutigen Namen. Das monumentale Instrument besitzt 59 klingende Register und weit über 4.100 Orgelpfeifen. Die absolut größte Besonderheit jedoch ist das eingebaute Fernwerk. Es handelt sich um einen separaten Orgelteil, der auf dem Dachboden über dem Chorraum platziert ist. Die Töne dringen nur durch eine kleine Deckenöffnung (das sogenannte "Heiliggeistloch") in den Kirchenraum. Dadurch soll für die Zuhörer ein einzigartiger, ätherischer Klang entstehen – so als ob die Musik direkt aus dem Himmel oder aus weiter Ferne kommt. Es war das erste Fernwerk dieser Art in ganz Österreich.
Wir gehen zur Esplanade. Entlang des Flusses lässt es sich wunderbar flanieren. Da sich Hunger bemerkbar macht, nehmen wir im Grand Café & Restaurant Esplanade im wunderschönen Gastgarten am Traunfluss platz. Eine gute Grießnockerlsuppe und ein Tafelspitz mit Semmelkren erfreut unsere Geschmacksnerven.
Beim anschließenden Cappuccino unterhalten wir uns noch recht nett mit unserm Tischnachbarn. Zwei Punschkrapferl zum Mitnehmen ordern wir noch. Danach bezahlen wir und flanieren zurück zu unserem Auto. Bad Ischl hat uns mit seiner Mischung aus majestätischer Vergangenheit und seinem bodenständigen Naturpanorama absolut verzaubert. Wieder zurück am Campingplatz machen wir es uns im Wohnwagen gemütlich.
17.06.2026
Heute starten wir eine kleine Kirchenrunde. Zuerst wird aber noch im EUROSPAR in Seewalchen eingekauft. Dann geht es weiter Richtung Vöklamarkt. Als erstes sehen wir von der Straße aus durch Zufall das reizende, spätgotische Landkirchlein malerisch inmitten von Feldern im Gemeindegebiet von Seewalchen liegen. Die Kirche wurde ursprünglich vom Kloster Michaelbeuern (Salzburg) für seine damaligen Untertanen auf den Gütern in Kemating erbaut. Das Kloster gab ihr auch den Patron der eigenen Klosterkirche – den Heiligen Erzengel Michael. Das genaue Baujahr ist urkundlich ungewiss, aber wird auf Anfang des 15. Jahrhunderts geschätzt. Leider ist die Kirche nicht offen und wir können nicht ins Innere. Jedoch wird etwas kurioses erzählt, dass nämlich im Zuge der Josephinischen Kirchenreformen von Kaiser Joseph II. im Jahr 1784 Kemating zu einer eigenen Pfarre erhoben wurde. In dieser Zeit wurden innerhalb der Friedhofsmauern auch reguläre Bestattungen durchgeführt. Dieser Status hielt jedoch nicht lange an, denn schon 1791 wurde die Pfarre wieder aufgelöst und Kemating ging zurück an Seewalchen.
Wir fahren weiter nach Vöklamarkt. Von Weitem sieht man bereits den Doppelzwiebelturm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Wir finden einen Parkplatz in der Nähe der Kirche, welche sehr beeindruckt. Aufgrund ihrer Größe und ihrer regionalen Bedeutung wird sie von den Einheimischen auch ehrfürchtig gerne als der „Vöckladom“ bezeichnet. Das auffälligste Merkmal der Kirche ist ihr monumentaler mit seinem 75 Meter hoher Kirchturm. Sein markanter barocke Doppelzwiebelhelm prägt er das gesamte Vöcklatal. Die Kirche wurde in einer langen Bauphase zwischen 1439 und 1512 als spätgotische, zweischiffige Hallenkirche errichtet. Sie birgt im Inneren ganz besondere architektonische Details. Das mächtige, 14 Meter hohe Netzrippengewölbe des Langhauses ruht auf nur drei schlanken Rundpfeilern. Das Kuriose daran ist, dass jede Säule von den mittelalterlichen Steinmetzen völlig anders gestaltet wurde – die erste ist gerautet, die zweite glatt und die dritte kunstvoll in sich gedreht. Obwohl die Kirche als gotischer Bau geplant wurde, erlebte sie im 17. und 18. Jahrhundert eine umfassende Barockisierung. Der prächtige Hochaltar wurde 1684 von Martin Mottl gebaut und zeigt ein riesiges Altarbild der „Mariä Himmelfahrt“. Die kunstvoll verzierte Vorderfront der Orgelempore gilt in der Kunstgeschichte als absolutes Meisterwerk der Spätgotik.
Nach kurzem Verweilen im kühlen Inneren, fahren wir wieder weiter. Es geht zurück nach St. Georgen im Attergau. Hier steuern wir das Zentrum des Ortes an. Sankt Georgen im Attergau ist eine geschichtsträchtige Marktgemeinde im oberösterreichischen Salzkammergut, die als das kulturelle und historische Herz des Attergaus gilt. Sie liegt eingebettet in die Hügellandschaft westlich des Attersees und verbindet Natur, jahrtausendealte Geschichte und ländliche Tradition. Wir marschieren die Attergaustraße mit seinen vielen Geschäften und Lokalen zur Pfarrkirche Sankt Georg. Eine Kirche wurde an diesem Standort bereits 1264 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1400 begann man schließlich mit dem monumentalen Neubau, der die alte, kleinere Kirche umschloss. Der vordere Altarraum wurde am 17. Juni 1435 geweiht. Laut einer alten Inschrift ging der mächtige Westturm ursprünglich aus einem Wehrturm aus dem Jahr 1114 hervor. Im Jahr 1722 wurde er in der Barockzeit erhöht. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1823 erhielt er seinen heutigen, charakteristischen Zwiebelhelm. Der 72 Meter hohe Turm besitzt eine seltene architektonische Besonderheit, denn auf einem quadratischen gotischen Unterbau sitzt ein achteckiger barocker Aufsatz. Dieser ist von einer filigranen, durchbrochenen Zwiebelkrone abgeschlossen. Obwohl die Raumschale rein gotisch ist, fasziniert die Kirche durch ihre erstklassige barocke Einrichtung. Eine Schulklasse besucht ebenfalls gerade die Kirche. Die Guggenbichler-Kanzel (1709/1713) ist die berühmteste Besonderheit der Kirche. Geschaffen wurde sie von dem bedeutenden Mondseer Bildhauer Meinrad Guggenbichler. Auf dem Schalendeckel steht die wunderschöne Figur des „Guten Hirten“. Die Figur schmiegt sich in ihrer leicht gebeugten Haltung perfekt an die baulichen Gegebenheiten des gotischen Pfeilers an. Der Hochaltar (1753) aus Stuckmarmor wurde von dem Schörflinger Stuckateur Franz Josef Holzinger errichtet. Das riesige, dynamische Altarbild stammt von dem berühmten Barockmaler Bartolomeo Altomonte und zeigt den Kirchenpatron, den Heiligen Georg, als heroischen Drachentöter. Die anbetenden Engel auf dem Altar stammen ebenfalls aus Guggenbichlers Hand. An der Nordseite befindet sich eine 1728 angebaute Kapelle, die Kreuzkapelle. Sie birgt eine überlebensgroße, tief bewegende Kreuzigungsgruppe, die direkt aus dem Umkreis der Guggenbichler-Werkstatt kommt. Unterhalb dieser befindet sich eine historische Gruftanlage.
Wir verlassen wieder die Kirche, gehen zum Auto und fahren zurück Richtung Attersee. Gleich am Ortsende rechts sehen wir den Kalvarienberg. Wir parken uns noch einmal ein und marschieren zu diesem landschaftlich überaus reizvollen Ensemble. Es gilt als einer der schönsten Kreuzwege Österreichs. Der Kreuzweg, ein von Birken gesäumter Wanderweg führt vorbei an 14 Kreuzwegstationen hinauf zum Hügel. Oben angekommen genießt man einen herrlichen Weitblick über das Höllengebirge und den Attergau. Die kleine, einschiffige Kalvarienbergkirche wurde 1869 von Bischof Franz Josef Rudigier geweiht. Da im Jahr 1816 die St. Andrä-Kirche in Salzburg abgerissen wurde, kaufte man kurzerhand deren Marmorportale, den Kreuzaltar sowie die Statuen von Moses und Aaron auf und baute sie hier ein.
Wieder zurück beim Auto, fahren wir zu unserm Wohnwagen. Das Eingekaufte wird verstaut und danach kochen wir uns feine Hirsch- und ein Schweinesteaks in der Pfanne. Mit Reis und einem Salat noch von zu Hause lassen wir es uns schmecken. Danach faulenzen wir vor unserem Wohnwagen und beenden so gemütlich den Tag.
18.06.2026
Wir haben wieder eine gute Nacht und frühstücken gemütlich. Da er die nächsten Tage große Hitze vorhersagt und der Campingplatz sich füllt - leider nicht unbedingt mit "Normalcampern", entscheiden wir uns heute abzureisen. Ich fahre den Evoque noch zur Tankstelle und fülle den Tank auf. Wieder zurück am Campingplatz, bezahle ich an der Rezeption. Danach wird zusammen- und eingepackt. Eineinhalb Stunden später hängt der Wohnwagen am Hacken und wir fahren um 10:35 Uhr ab. Das Stück bis zur Autobahn ist zwar etwas zäh, aber sobald auf der Autobahn, geht es flott voran. Zweimal kurze Pause und vier Stunden später biegen wir zu Hause wohlbehalten ein.