GRADO

„La Dolce Vita“ das süße Leben

 

Wenn man das italienische Lebensgefühl im Norden der Adria sucht, landet man fast unweigerlich auf der Isola d’Oro – der goldenen Insel. Grado und sein ruhigerer Ortsteil Grado Pineta bieten die perfekte Kulisse, um genau jene Gelassenheit und Ästhetik zu erleben, die das La Dolce Vita ausmachen. Wer dieses Gefühl verstehen möchte, stößt auf einige zentrale Säulen, die den Alltag in Italien so besonders machen. In vielen Kulturen ist Nichtstun mit einem schlechten Gewissen verbunden. In Italien hingegen ist „il dolce far niente“ eine geschätzte Kunstform. Es bedeutet, sich bewusst Zeit zu nehmen, um einfach nur zu existieren: auf einer Bank in der Sonne zu sitzen, das bunte Treiben auf der Piazza zu beobachten oder nach dem Essen in aller Ruhe zu entspannen. Es ist die Fähigkeit, das Tempo herauszunehmen und den Moment zu entschleunigen. In Italien ist Essen kein bloßes Sättigungsgefühl, sondern eine Lebensphilosophie und ein sozialer Mittelpunkt. Großer Wert wird auf regionale, frische Zutaten und die Liebe zum Detail gelegt. Das gesellschaftliche Leben spielt sich draußen ab. Die Piazza – der zentrale Platz in jedem Dorf und jeder Stadt – ist der Treffpunkt für alle Generationen. Vor dem Abendessen trifft man sich traditionell zur Passeggiata (dem Abendspaziergang) und zum Aperitivo. Man redet, gestikuliert leidenschaftlich, lacht laut und bleibt miteinander in Verbindung. Die Familie und enge Freundschaften bilden dabei das feste Fundament. Obwohl der Alltag in Italien durch Bürokratie oder Verkehr oft chaotisch sein kann, begegnen die Menschen dem Leben mit einer bewundernswerten Leichtigkeit und Flexibilität. Wenn etwas nicht nach Plan läuft, wird improvisiert. Man nimmt die Dinge, wie sie kommen, frei nach dem Motto: „La vita è bella“ (Das Leben ist schön). Zusammenfassend ist das italienische Lebensgefühl die Kunst, das Schöne im Alltäglichen zu sehen und die kleinen Freuden des Lebens mit allen Sinnen und ohne Eile zu genießen.


12.07. bis 19.07.2026

Grado selbst war einst ein kleines, bescheidenes Fischerdorf und stieg Ende des 19. Jahrhunderts zum offiziellen kaiserlichen Seebad der Habsburgermonarchie auf. Diese historische Mischung spürt man an jeder Ecke. Wer durch die charmante Altstadt, dem Castrum schlendert, wähnt sich fast in einer Miniatur-Ausgabe von Venedig. Enge, verwinkelte Steingassen, blumengeschmückte Häuser und kleine versteckte Plätze prägen das Bild. Mittendrin thronen die jahrhundertealten, frühchristlichen Kirchen wie die Basilika Sant'Eufemia.

Im alten Fischerhafen Porto Mandracchio, der bis weit in die Stadt hineinragt, wiegen sich auch heute noch die Boote im Wasser. Entlang des Kanals lässt sich hervorragend das bunte Treiben bei einem Espresso beobachten. Die Diga (Strandpromenade), ein langes Beton-Bollwerk, schützt die Altstadt vor den Wellen. Die Diga ist der perfekte Ort für die traditionelle Passeggiata am Abend, um den spektakulären Sonnenuntergang über dem Golf von Triest zu genießen. Fährt man die Strandlinie weiter nach Osten, verändert sich die Kulisse komplett. Wo das historische Grado pulsiert, setzt Grado Pineta auf maximale Entschleunigung in grüner Umgebung. Wie der Name schon verrät (Pineta = Pinienwald), ist dieser Ortsteil von dichten, schattigen Seekiefern- und Pinienwäldern geprägt - eine Oase im Grünen. Es ist die sprichwörtliche Ruheoase der Insel, in der sich vor allem Ferienwohnungen, Campingplätze (an einem dieser wir uns niederliesen) und schattige Parkanlagen aneinanderreihen. Der Strand in Pineta fällt extrem flach ab. Man kann gefühlt hunderte Meter ins warme Wasser hineinwaten, was es unglaublich sicher und entspannt für Familien mit Kindern macht. Zudem ist die Atmosphäre hier deutlich unaufgeregter als an den großen, organisierten Hauptstränden der Stadt. Egal ob Altstadt oder Pineta. Das Leben wird hier maßgeblich von der riesigen, schützenden Lagune mit ihren hunderten kleinen Inseln beeinflusst. Zusammenfassend kann festgehalten werden, während man im Zentrum von Grado hervorragend das stilvolle Fare bella figura bei Aperitivo und Kultur zelebrieren kann, bietet Grado Pineta die perfekte Kulisse für das Il dolce far niente im kühlen Schatten der Pinien.

Das echte italienische Lebensgefühl fängt genau dann an, wenn der Wohnwagen sicher auf seinem Stellplatz steht und Strom, Wasser und Abwasser angeschlossen, das Sonnensegel gespannt und das erste Mal das Rauschen der Adria in den Ohren klingt. Gemeinsam mit unserem Enkelkind Nico hatten wir eine wunderbare Woche auf dem Campingplatz „Village Europa Grado“ verbracht – ein Urlaub, der uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Das weitläufige Areal des Campingplatzes bot alles, was das Herz begehrt, und wurde schnell zu unserem ganz persönlichen Wohlfühlort. Nico war kaum zu bremsen - die riesige Poollandschaft mit ihren Rutschen und Wasserattraktionen war natürlich ein Highlight für ihn. Aber auch das Meer hat uns magisch angezogen. Der flach abfallende Strand war ideal, und Nico hat die aufblasbaren Schwimmelemente im Meer sichtlich genossen. Auch mit dem SUP glitten wir lautlos über die seichten Wellen das ist Entspannung pur. Bei Ebbe machten wir Spaziergänge durch das Meer zu den   seichten Sandbänken weit draußen. 

Nach so viel Action an der frischen Luft knurrte natürlich der Magen. Das Schöne am Camping Village Europa Grado ist, dass man den Platz für gutes Essen gar nicht verlassen muss. Wir haben uns durch die verschiedenen Restaurants, Bistros und Bars auf dem Gelände probiert. Ob ein schneller Burger oder eine Pizza aus dem Holzofen zwischendurch, ein kühles Bier oder die coolen Cocktails (für Nico natürlich die zahlreichen Kindercocktails) in der Nachmittagssonne oder ein gemütliches Abendessen mit frittierten Meeresfrüchten – die Vielfalt und die italienische Gastfreundschaft haben uns jeden Tag aufs Neue begeistert.

Nico - der Steakspezialist!

Zwischen 314 und 330g hatten die schöne Stücke Fleisch. Nico würzte und briet in der Pfanne diese perfekt zwischen Medium und Rare. Dann lies er diese noch in der Folie rasten - einfach perfekt gemacht von einem 13-jährigen!

Ein Urlaub an der Lagune wäre nicht komplett ohne einen Besuch der historischen Altstadt von Grado. Wir machen uns auf den Weg, um die „goldene Insel“ zu erkunden. Wir schlenderten gemütlich durch die engen, venezianischen Steingassen des alten Castrum, ließen uns treiben und genossen das lebendige Treiben auf den Plätzen. Anschließend spazierten wir die berühmte Strandpromenade – die Diga – entlang. Der weite Blick über das glitzernde Meer und die frische Brise waren einfach herrlich. Zum krönenden Abschluss dieses Ausflugs zog es uns in das „Hotel Ristorante Marea“ direkt an der Promenade. Mit Blick auf das Wasser haben wir dort fantastisch gegessen – ein echtes kulinarisches Highlight, bei dem wir die feine italienische Küche in vollen Zügen genossen haben.

Gut gestärkt setzten wir unseren Spaziergang fort und besuchten die beeindruckende „Basilika Sant'Eufemia“. Die kühle, ehrwürdige Atmosphäre im Inneren und die jahrhundertealten, wunderschönen Mosaikböden haben uns tief beeindruckt. 


Arrivederci

Wie es mit den schönen Momenten im Leben leider oft so ist: Die Zeit verging wie im Flug. Die sieben Tage voller Lachen, Spaß, Sand zwischen den Zehen, gutem Essen und wertvoller Zeit mit unserem Nico waren viel zu schnell vorbei.